Bebop 

Hardbop

Contemporary

Drive - Virtuosität

Cool - Soul

Complex - Improvisation

Willkommen

Hardbop-Tradition und Bezugnahme auf den heutigen Zeitgeist ist das eigentliche Thema dieser Buddies.

Im Hardbop entsteht Neues ohne dass der rhythmische Drive des Bebops aufgegeben wird. Es werden Elemente aus dem Soul und Blues aufgenommen, was eine insgesamt „härtere“ Spielweise mit sich bringt. Die traditionellen Elemente der genannten Richtungen werden technisch an ihre Grenzen entwickelt.

Zeitgenössisch wird das Ganze angereichert durch moderne Arrangements und Kompositionen aus den späten 1960er Jahre.

 

Die musikalische Raffinesse eine Komplexität und Vitalität zu erhalten, eine Freizügigkeit und Unbekümmertheit zu versprühen, sind die Eigenschaften dieser vier Buddies.

 

Ralf Frohnhöfer – Saxophon

Manuel Seng – Piano

Bastian Weinig – Kontrabass

Gilbert Kuhn – Schlagzeug

"...Großer Beifall für diese besondere Truppe." Rhein Main Presse

 

GUSTAVSBURG - (uli). Einfach lässig, diese vier Jungs aus Mainz. Mit ihren knapp geschnittenen schwarzen Anzügen, den kurzen, gleichfarbigen Krawatten und einem schicken Hütchen beim Drummer, entführten die „Hardbop-Buddies“ in den „Burg-Lichtspielen“ unmittelbar in die fünfziger und sechziger Jahre.

 

In der Reihe „Jazz im Kino“ hatten sie am Donnerstag auf der kleinen Bühne ein großes Instrumentarium aufgebaut und so schon vor dem Konzert einen optischen Leckerbissen parat. Zentral zwischen dem mächtigen Kontrabass, dem bis auf die Eingeweide aufgerissenen Klavier und dem imposanten Schlagwerk thronte ein asiatischer Gong. Mit großem Tamtam legten die Mainzer Jazzer vor nicht ganz ausverkauftem Haus dann auch gleich los. Die Trommelfelle erschütternd eröffnete der Gong ein Klanggestöber mit Elementen des Free-Jazz, ehe sich dieses Furioso in Melodiestrukturen an den Einzelinstrumenten entknotete.

 

Ralf Frohnhöfer am Saxofon, Pianist Manuel Seng und Schlagwerker Gilbert Kuhn nutzten John Coltranes ersten Satz „Acknoledgement“ aus der in den sechziger Jahren komponierte Suite „A love Supreme“, um sich an ihren Instrumenten in klassischer Weise solistisch vorzustellen. Nahtlos reihte sich in diesen harten, nach vorne treibenden Groove Bassist Bastian Weinig ein.

 

Den Größen des Jazz wollen die „Hardbop-Buddies“ ihren Tribut zollen, erläuterte Drummer Gilbert Kuhn, der tiefenentspannt auch die Moderation übernommen hatte, zur musikalischen Konzeption. Victor Feldmanns gleich an den Opener angehängte Werk „Joshua“ zeigte bereits in wirkungsvoller Manier, dass hier vier Einzelkönner unterwegs waren, die sich zu einer formidablen Formation zusammengefunden hatten.

 

Elegant und sehr schmusig eröffnete das Saxofon „Mr. Syms“ von John Coltrane. Unmittelbar danach jagte Ralf Frohnhöfer sein Instrument durch die Oktaven, um an eine Passage mit ausschließlich Schlagwerk zu übergeben. Hierbei brillierte Gilbert Kuhn, der seinen Trommeln reduzierte, kontemplative Klangstrukturen ebenso entlockte, wie er in sich barock auftürmenden komplexen Rhythmen zuhause war. Pianist Manuel Seng, der sich zuvor schon tänzerisch auf seinen Tasten austobte, rührte dazu den Asien-Gong. Der soft einsetzende Bass löste diese musikalische Stampede wieder in erholsame Phrasen auf, in der der „Hardbop“ mit schlichter Eleganz die Ohren schmeichelte.

 

Es war ein anspruchsvolles Konzert, das Elemente des Mainstreams stets mit neu arrangierten und zeitgenössischen Elementen anreicherte. Die „Hardbop-Buddies“ zelebrierten einen Jazz, der sowohl den Intellekt ansprach, wie er auch unmittelbar seine Schallwellen in das emotionale Empfindungszentrum lenkte.

Großer Beifall für diese besondere Truppe.

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© Gilbert Kuhn